Allgemeine Presseberichte 2013

An dieser Stelle erhalten Sie eine kleine Sammlung interessanter Presseberichte zu tierschutzfachlichen Themen aus dem Jahr 2013:


Hunde-Massaker in Rumänien

"Bochum sagt NU" - Protestaktion gegen das Töten der rumänischen Straßenhunde

Mahnmarsch gegen das Morden in Rumänien am 23.11.13 in Wuppertal


Vogel des Jahres 2014

Der Grünspecht ist Vogel des Jahres 2014

18.10.2013, 11:54 Uhr | dpa 

 

Der Grünspecht ist Vogel des Jahres 2014 (Quelle: dpa)
Der Grünspecht ist Vogel des Jahres 2014 (Quelle: dpa)

Genug gemeckert: Auf den "Meckervogel" (Bekassine) folgt der als "Lachvogel" bekannte Grünspecht als Vogel des Jahres. Der Titel geht damit an eine Vogelart, die nicht vom Aussterben bedroht ist. Der Nabu und der Landesbund für Vogelschutz wollen mit der Prämierung dennoch auf ein Problem hinweisen: In Deutschland gibt es immer weniger Streuobstwiesen, oft Lebensraum des Grünspechts.

Der Ruf des Grünspechts klingt wie ein lautes Lachen

Sein Ruf hört sich wie gellendes Gelächter an. Und zum Lachen hat der Grünspecht allen Grund: Er zählt zu den wenigen heimischen Brutvögeln, deren Bestände deutlich angewachsen sind. "Es gibt in Deutschland derzeit etwa 42.000 Brutpaare und damit mehr als doppelt so viele wie vor zwanzig Jahren", sagt der Vizepräsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) Helmut Opitz.

Positive Entwicklung dank Klimaveränderung

Laut Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der viele Vogelbeobachter vertritt, hat der bundesweite Bestand des Grünspechts zwischen 1991 und 2011 um 105 Prozent zugenommen. Europaweit sei er im selben Zeitraum um etwa 50 Prozent gewachsen. Woran das liegt, können Wissenschaftler nur vermuten. "Die Winter werden milder, dadurch findet der Grünspecht selbst in der kalten Jahreszeit ausreichend Nahrung", erklärt der LBV-Biologe Thomas Rödl. Dem Grünspecht komme offenbar die Klimaveränderung zugute. Ganz anders sah das in den 1960er Jahren aus: Wochenlange Eis- und Schneeschichten bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad hatten die Bestände der winterempfindlichen Tiere stark einbrechen lassen.

Schwere Stürme erschaffen idealen Lebensraum

Einen ersten Umschwung brachten Rödl zufolge schwere Stürme, wie "Kyrill" oder "Lothar": Durch die Orkane knickten tausende Bäume um und starben ab. Damit entstand das ideale Umfeld für Spechte, die alte Wälder mit Totholz, Baumstümpfen und morschen Baumstämmen brauchen, um Nahrung zu finden und Höhlen anlegen zu können.

Deutsche Streuobstwiesen verschwinden

So erfreulich die Entwicklung des Grünspecht-Bestands ist: Mit dem Jahresvogel wollen Nabu und LBV erneut ein Naturschutzproblem zum Thema machen. Die Naturschützer sorgen sich um Streuobstwiesen. In diesen grünen Oasen fühlt sich der Vogel des Jahres besonders wohl. Doch Streuobstwiesen lohnen sich kaum noch für den Obstanbau. Seit 1950 seien rund 70 Prozent der deutschen Streuobstflächen verschwunden. Sie sollten deshalb in das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen werden, fordern Nabu und LBV.

Sorge bereitet den Verbänden außerdem der Anbau von Mais zur Erzeugung von Biogas. Dadurch gehe das Grünland rapide zurück. "Das alles verschlechtert die Situation des Grünspechts, so dass Bestandserholungen wie in den vergangenen Jahrzehnten in Zukunft immer schwieriger werden", betont Nabu-Vize Helmut Opitz.

Der Grünspecht kommt in die Stadt

Weil der natürliche Lebensraum des Grünspechts immer kleiner werde, siedle er sich zunehmend in Städten an. Friedhöfe, Parks und Villensiedlungen seien wegen der großen, alten Bäume besonders beliebt, weiß Fachmann Thomas Rödl. "Deshalb sollten Städte und Gartenbesitzer konsequent auf Pflanzenschutzmittel verzichten." Nur dann könne der Grünspecht seine Lieblingsspeise weiterhin finden: Ameisen. Die flinken Insekten schnappt sich der Vogel mit seiner Zunge. Er kann sie bis zu zehn Zentimeter vorstrecken.

Spitzname: "fliegender Zorro"

Vogelkenner fasziniert vor allem das bunte Gefieder. Die rötliche Kappe und der wie eine schwarze Maske aussehende Bereich um die Augen hat dem Grünspecht seinen Spitznamen "fliegender Zorro" eingebracht.

 

 


Zeitungsberichte aus WAZ und Ruhrnachrichten vom 07.10.13 zu der Protestaktion in Witten:

Mahnwache in Witten für Rumänische Straßenhunde (Samstag, 05.10.13)


Warum Menschen sich Futter fürs Haustier vom Mund absparen

18.01.2013 | 17:15 Uhr

Gleich gibt’s Futter. Die Hunde warten zusammen mit Frauchen und Herrchen auf die wöchentliche Ration in der Tiertafel in Herten.Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Gleich gibt’s Futter. Die Hunde warten zusammen mit Frauchen und Herrchen auf die wöchentliche Ration in der Tiertafel in Herten.Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool

Herten.  Wenn das Geld knapp wird, leidet darunter die ganze Familie. Und dazu zählen auch die Vierbeiner. Doch Rettung naht: Mit Futterspenden können Frauchen und Herrchen in Not, den Hund oder die Katze ernähren. Ein Besuch bei der Tafel für Vierbeiner in Herten.

Hunde bellen, manche von ihnen knurren, dazu mischt sich ein konstantes Stimmengewirr. Die Menschen stehen dicht gedrängt. Vierbeiner wuseln umher, beschnuppern ihre Artgenossen. Der Andrang in dem kleinen Ladenlokal in Herten ist groß. Schon eine Stunde bevor es um 16 Uhr öffnet, warten die Menschen. Es ist kalt, Schnee liegt auf dem Gehweg. Die Menschen kommen zur Ewaldstraße 141, um Konserven und Futterpakete zuholen. Aber nicht für sich selbst, sondern für ihre Tiere. Die Tiertafel hilft Bedürftigen, ihre Lieblinge zu versorgen.

Drinnen packen die Mitarbeiter das Futter ab. Kilo um Kilo wandert in kleine Plastiktüten, dazu ein paar Dosen Nassfutter: Geflügelragout in Soße oder Rind mit Buchweizen. Das hektische Treiben hinter der gläsernen Front des Ladenlokals bildet einen harten Kontrast zur Szenerie vor dem Fenster: Dort harren die Menschen aus. „Wir würden die Leute gerne früher reinlassen“, sagt Nicole Meichle, „aber dann sind sie beim nächsten Mal schon um 14 Uhr da“.

 

Tierfutter für alle, die es sich nicht mehr leisten können

Die 40-jährige Hertenerin hat die Tiertafel gegründet. Die Friseurmeisterin arbeitet zwei Tage in der Woche. So bleibt Zeit genug für ihren ehrenamtlichen Zweitjob.

Vielleicht gibt es ja für diesen Hundeblick noch eine Extra-Portion Futter?Foto: Kai Kitschenberg
Vielleicht gibt es ja für diesen Hundeblick noch eine Extra-Portion Futter?Foto: Kai Kitschenberg

Mittlerweile gibt es solche Ausgabestellen wie an der Ewaldstraße in vielen Städten. Alleine der Dachverband „Tiertafel Deutschland“ nennt auf seiner Internetseite in NRW neben Herten noch Brüggen, Bergheim, Siegerland und Düsseldorf. Daneben gibt es private Tiertafeln, unter anderem in Dortmund.

Seit einem halben Jahr verteilt der Hertener Verein jeden Montag Tierfutter an alle, die es sich nicht mehr leisten können. Mit jedem Paket, das über die Ladentheke geht, verbindet sich ein Schicksal. Lauter Geschichten vom Abstieg.

So wie die von Karl (62) und Rosemarie (61)*. Sie arbeitete als ungelernte Altenpflegerin, er als Lagerarbeiter in einem Lebensmittelunternehmen. Keine Jobs, bei denen man reich wird, aber zum Leben reichte es. Seit ein paar Jahren sind die beiden aber Frührentner. Die müden Kochen wollten nicht mehr.

Paulchen und Minka müssen auch futtern

So wie dem Paar geht es vielen Menschen in Deutschland. Fast jeder zweite Beschäftigte geht vorzeitig in den Ruhestand und nimmt eine niedrigere Rente in Kauf. Das belegen Statistiken der Deutschen Rentenversicherung.

Aber wer wie Karl und Rosemarie wenig verdient hat, bei dem sind die Abschläge groß: über tausend Euro weniger. Altersarmut nennt man das.

Wer sich nur selbst versorgen muss, der hat es schon schwer, mit 400 Euro über den Monat zu kommen; aber bei dem Paar sind noch weitere Mäuler zu stopfen.

So sind sie auch an diesem kalten Januartag gekommen, um die wöchentliche Ration abzuholen, für ihren Hund „Paulchen“, den sie an einer Leine mitführen, und die Katze „Minka“ daheim. Ein Segen, findet Karl: „Das Futter reicht zwar nicht für die ganze Woche, aber es ist eine große Hilfe.“ Wie groß die Hilfe wirklich ist, klingt durch, wenn sie von der Zeit erzählen, als es die Tiertafel noch nicht gab. Karl: „Bevor das Tier hungert, esse ich lieber nichts.“

Nicole Meichele, Leiterin der Tiertafel, sitzt auf den gespendeten Futterbergen.Foto: Kai Kitschenberg
Nicole Meichele, Leiterin der Tiertafel, sitzt auf den gespendeten Futterbergen.Foto: Kai Kitschenberg

Haustiere geben vielen Menschen in Not Halt

Warum sie die Tiere nicht abgeben, mag für manche Menschen unverständlich bleiben. Aber Rosemarie weiß, dass ihr Hund mehr als nur ein Haustier ist. Die Phrase vom besten Freund des Menschen, hat in ihrem Leben etwas Wahres. „Ohne Paulchen wäre ich schon lange unter der Erde.“ Rosemarie ist weder alt noch ist sie todkrank. Sie spricht von „Depressionen“ und „Suizid“.

Dass sie plötzlich Rentnerin war, keine Arbeit und somit auch keine Aufgabe mehr hatte, verwand sie nur sehr schwer. Der Hund gab ihr Halt, war etwas, das ihrem Leben wieder einen Sinn gab.

Hinten im Lager erzählt Nicole Meichle eine weitere Episode über das Paar, das seine Tiere mehr liebt als sich selbst. Zwischen den vielen Futtersäcken, die sich auf dem Boden stapeln, den Dosen und Kartons in den Regalen, schließt sich der Kreis. Nicole Meichle kennt Karl nämlich schon lange bevor sie die Tiertafel eröffnete. Nicht persönlich, nur vom Sehen.

Lecker. Die Hunde freuen sich über die kostenlose Tiernahrung .Foto: Kai Kitschenberg
Lecker. Die Hunde freuen sich über die kostenlose Tiernahrung .Foto: Kai Kitschenberg

Sie beobachtete ihn immer in Herten, wie er Flaschen aus Mülleimern zog, um das Pfand im Supermarkt einzulösen. Oft stand er an der Kasse vor ihr in der Schlange. Aber er legte immer nur Tierfutter auf das Laufband. Nie sah sie, dass er etwas für sich kaufte. Sie entschied, dass solchen Menschen jemand helfen musste.


Karls und Rosemaries gibt es viele in der Umgebung von Herten:

139 Tierhalter stehen mittlerweile in der Kartei des Vereins. Auch an diesem Nachmittag melden sich Tierbesitzer an. Sie sitzen Nicole Meichles Mutter Brigitte an einem hölzernen Schreibtisch gegenüber – legen ihren Hartz IV- oder Rentenbescheid vor. Dass sie bedürftig sind, müssen sie belegen.

Sie lässt sich zudem die Impfpässe sowie Kauf- und Übernahmeverträge der Vierbeiner zeigen. Auch fragt die 65-Jährige, wann sie sich das Tier angeschafft haben. Sich ein Tiere zuzulegen, obwohl man weiß, dass dafür das Geld nicht vorhanden ist, will der Verein nicht unterstützen. „Während sie zu uns kommen, dürfen sie auch keine neuen Tiere aufnehmen“, sagt die Vereinsgründerin. Ohne diese Regeln würde die Ausgabestelle „ein Fass ohne Boden“ werden.

Um 18.30 Uhr ist die Verteilaktion vorbei. Das Ladenlokal leert sich. Die Woche hat für Nicole Meichle aber gerade erst begonnen.

Bis zum nächsten Montag müssen die Regale im Ladenlokal wieder gut gefüllt sein. Denn: Dann stehen wieder Karl und Rosemarie vor der Tür – und Paulchen ist ganz sicher auch dabei.


*Namen geändert

Die Tiertafel ist auf Spenden angewiesen:

Das Tierfutter bezieht der Verein hauptsächlich aus Spenden von Privatpersonen. Sie bringen die Dosen und Pakete entweder selber vorbei oder die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tiertafel holen sie ab.

Der Verein gehört zudem zum Dachverband der Tiertafeln. Dieser unterhält noch ein zentrales Lager in Berlin. Wenn das Futter in Herten knapp wird, kann die Tafel dort welches ordern. Aber bislang reichten die Spenden vor Ort vollkommen aus.

Kontakt zur Tiertafel Herten können Spender und Bedürftige aufnehmen unter
Tel.: 0176 89 66 60 84 oder per E-Mail: herten@tiertafel.de


David Huth