Allgemeine Presseberichte 2012

An dieser Stelle erhalten Sie eine kleine Sammlung interessanter Presseberichte zu tierschutzfachlichen Themen aus dem Jahr 2012:


"Scheintote Katze Krümel" aus Hattingen

(WAZ Bericht vom 30.08.2012)


Krümel lebt und liegt im Krämersdorf.  Foto: Udo Kreikenbohm
Krümel lebt und liegt im Krämersdorf. Foto: Udo Kreikenbohm

Hattingen.  Ein Artikel und seine Geschichte: Katze Krümel aus Hattingen ist jetzt landesweit bekannt. Angefangen hat es mit einem Bericht der Hattinger Zeitung. Denn das betagte Tier schläft oft mitten auf der Straße ein. Immer wieder halten Spaziergänger die Katze für tot und verständigen die Behörden.

Vor genau einer Woche berichtete die Hattinger Zeitung zum ersten Mal überKrümel, die „scheintote Katze“ aus dem Krämersdorf. Inzwischen haben sich der WDR, die Bild-Zeitung und auch RTL auf den Weg nach Hattingen gemacht, weil sie sich ebenfalls für das Phänomen interessierten.

Der WDR kam noch am selben Tag vorbei, an dem der Artikel erschienen war. RTL und die Bild-Zeitung einen Tag später, erzählt Katzen-Besitzerin Jane Herold. Aber Krümel spielte nicht mit. „Die war ganz munter, als ob sie das geahnt hätte“, sagt Jane Herold lachend. „Als alles vorbei war, da lag sie dann wieder wie tot da.“


Als der Anruf vom WDR kam, war Herold zwar ein bisschen erstaunt, aber, so sagt sie: „Ich fand das ganz nett und habe mich dazu bereiterklärt. Als dann noch RTL und die Bild-Zeitung anriefen, habe ich schon überlegt“, so die 76-Jährige, die seit 45 Jahren ein Hotel in der Innenstadt betreibt. Die Dreharbeiten dauerten beim WDR schon zweieinhalb Stunden, RTL war sogar drei Stunden da.

Glücklicherweise nahmen die Hotelgäste den Trubel gelassen: „Die fanden das spannend“, sagt Herold.

Der WDR hat seinen Bericht inzwischen im Dortmunder Lokalfenster ausgestrahlt und auch in der Bild-Zeitung war Krümels Geschichte schon zu lesen, nur auf RTL wurde die friedliche getigerte Katze aus Hattingen vom Tiger verdrängt, der im Kölner Zoo seine Pflegerin getötet hat. Der Bericht wurde deshalb erst einmal verschoben, soll aber noch in dieser Woche gesendet werden.

Extra wegen Krümel aus Bottrop gekommen

Schon jetzt ist Jane Herolds Katze zu einiger Berühmtheit gelangt. „Da waren zwei ältere Leute, die sagten zu mir, sie seien extra wegen der Katze aus Bottrop gekommen“, erzählt Jane Herold schmunzelnd. Und sie vermutet, dass die beiden nicht die einzigen sind, die sich auf den Weg ins Krämersdorf gemacht haben, um den Medienstar auf vier Pfoten einmal mit eigenen Augen zu sehen.


„Ich merke schon, wenn hier Leute vorbeigehen, dass sie zögern und gucken“, so die Katzenbesitzerin. Bisher nimmt sie den Trubel um „Krümelchen“ mit Humor.

„Ich habe ein sehr abwechslungsreiches Leben, jeden Tag sind andere Gäste hier, aber ich fand das schön. Man muss ja nicht immer nur schlechte Nachrichten hören und lesen und so kann man auch mal ein bisschen schmunzeln, auch wenn das keine wichtigen Nachrichten sind“, findet die gebürtige Londonerin. „Aber jetzt muss es auch mal wieder gut sein.“ Schließlich muss sich Jane Herold auch noch um ihre Gäste kümmern. Und ihre Tiere natürlich auch. Neben der Katze, die für so viel Aufsehen sorgte, gibt es auch noch eine Französische Bulldogge, die ist aber ein ganz normaler Hund – mal abgesehen davon, dass Hund und Katze sich bestens vertragen. „Die beiden lieben sich“, so Herold.


Dinah Büssow

 

(Der Originalartikel sowie das Video sind hier zu finden)

 


Bochum-Querenburg

Marga H. in Querenburg päppelt streunende Katzen wie diese wieder auf          Foto: privat
Marga H. in Querenburg päppelt streunende Katzen wie diese wieder auf Foto: privat

Querenburg.   Seit vielen Jahren kümmert sich Marga H. liebevoll um streundende Vierbeiner. Doch ein Katzenhasser scheint in Querenburg sein Unwesen zu treiben: Immer mehr Katzen würden verletzt an den Futterstellen gefunden.

„Die letzten Tage waren schlimm“, sagt Marga H. Die 74-Jährige möchte ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen, zu tief sitzt die Angst um ihre Vierbeiner. Sie ist überzeugt: „Die Katzen können sich die Verletzungen nicht selbst beigebracht haben. Da war ein Tierhasser am Werk.“

 

Marga H. wohnt seit 1955 in Querenburg, kümmert sich liebevoll um ihre eigenen Vierbeiner, aber auch um Streuner aus der Nachbarschaft.

„Ich bin so groß geworden, bekam mit 26 Jahren meine erste Katze und habe mich seitdem immer für die Belange der Samtpfoten eingesetzt“, erzählt sie. So leben bei ihr im Garten bis zu neun Miezen, sagen dort nicht nur Hase und Igel gute Nacht, sondern auch Hunden. Für heimatlose Katzen, die zwischen Semperstraße und Berger Höhe zahlreich vorkommen, stellt die Seniorin Futterstellen auf. Wie viele tatsächlich nachts vorbei kommen, kann sie nicht abschätzen. Die leeren Näpfe sprechen jedoch für sich.


Aufgeschlitzt, ein Bein abgerissen, alles sei schon vorgekommen

 

Wenn nötig, versucht Marga H. tiergerechte Fallen zu besorgen, um die Katzen kastrieren zu lassen. Es dürften keinesfalls mehr werden. „Wir brauchen endlich Gesetze zur Kastration, sonst wird die Lage immer schlimmer, nicht nur in Querenburg.“ Kastrationen, Tierarztbesuche und Futter sind teuer, deshalb freut sich die Katzenpflegerin immer über Hilfe. „Zum Geburtstag wünsche ich mir nie etwas anderes als Unterstützung für die Katzen.“ Umso schwerer falle es ihr, aktuell mit ansehen zu müssen, wie immer mehr Katzen verletzt an den Futterstellen erscheinen würden.

Aufgeschlitzt, ein Bein abgerissen, alles sei schon vorgekommen. Marga H. geht davon aus, dass die schweren Verletzungen von einer Drahtschlingenfalle stammen. Zwei schwer verletzte schwarze Katzen habe sie aufgenommen und aufgepäppelt, eine weitere schwarze Katze mit schweren Verletzungen am Hals und am Rücken würde von einer guten Freundin versorgt. Nachbarn würden noch zwei schwarze Vierbeiner vermissen.

Der Polizei sind die Vorfälle nicht bekannt. Jetzt ergreift Marga H. selbst die Initiative. Gemeinsam mit Freunden will sie Plakate im ganzen Stadtteil Querenburg aufhängen, um Öffentlichkeit herzustellen. „Vielleicht überlegt sich der Tierhasser ja dann, ob er weitere Katzen fängt.“

 

Christopher Becker

 

(WAZ Bericht vom 04.09.2012;  der Originalartikel ist hier zu finden)